Wir wollten in Wellington nicht schon wieder so spät ankommen und machten auf dem Weg lediglich bei McDonald’s Halt, um schnell mit dem Mittagessen fertig zu sein. Auf dem Parkplatz fanden mal wieder ein Auto mit lustigem Kennzeichen (Jaguar = Jagga – haha 😉 😀 ). Katharina blieb im Auto, sie wollte nichts essen und lieber noch ein bisschen Geld sparen.

Wir gingen rein und bestellten. Es war relativ viel los. Wir bekamen eine Nummer und durften uns schonmal hinsetzen. Joa. Und dann saßen wir da. Und saßen und saßen und es kam kein Essen. Da hätten wir ja auch richtig essen können. Wir wollten schon gehen, da kam endlich eine Mitarbeiterin und brachte unser Essen. Sie entschuldigte sich mehrfach und wir bekamen das Essen für die Hälfte. Sehr cool 🙂 Na immerhin in der Hinsicht hatte es sich ja dann gelohnt – nur Katharina ärgerte sich, dass sie nicht doch mitgekommen war.

Auf unser etwa zweieinhalbstündigen Fahrt war nun zum Glück nicht mehr ganz so viel zu sehen, sodass wir nicht mehr dauernd zum Fotografieren anhalten mussten. Es reichten ein paar Fotos aus dem Auto heraus von Straßenschildern mit lustigen Namen. Schön sind die zwar eher weniger, die meisten sind etwas verschwommen, aber wir wollten es ja eigentlich nur unseren Familien zeigen.



Pünktlich zum Sonnenuntergang erreichten wir schließlich Wellington. Unser Hotel war schnell gefunden und unser Zimmer bezogen.




Bei der Fahrt durch die Stadt hatte ich etwas entdeckt: ein Kino. Doch nicht nur irgendeins, sondern das Embassy Theatre. In diesem Kino fanden die in Neuseeland veranstalteten Filmpremieren der Tolkien/Jackson-Trilogien statt. Ein roter Teppich wurde durch die Stadt gelegt, eine Parade führte bis zum Kino, in dem Peter Jackson und Co mitsamt den Hauptdarstellern der Filme anschließend den Film ansahen. Der erste Hobbit-Film lief jetzt noch (joa, die Reise ist schon ein paar Jahre her), also beschlossen wir, ihn uns hier, im Land wo er gedreht wurde, nochmal anzusehen.



Das Kino war von unserem Hotel nur ein paar Fuß-Minuten entfernt. Wir holten uns Karten und machten noch ein paar Fotos vom Durchgang zur Bar, der ganz cool aussah. Alex nutzte sein Magnet-Stativ an einer Säule, um den Selbstauslöser nutzen zu können.


Dann machten wir uns auf den Weg zum Abendessen. Wir hatten noch fast 2 Stunden bis zum Filmstart, das sollte doch ausreichen. Gegenüber des Kinos fanden wir – unübersehbar – ein riesiges, spinnenartiges Stativ mit einer Kamera drauf. Diese Skulptur wurde von Weta Workshop gebaut. Diese nach dem großen Insekt benannten Firma steckt hinter sämtlichen Requisiten, Miniaturen, Masken, usw usw für die Herr der Ringe- und Hobbit-Filme. Sie waren außerdem an einer Menge anderer Filmprojekte beteiligt, die von Braindead und dem 2005er King Kong über Narnia bis hin zu Avatar reichen. Die Skulptur wurde in Anerkennung an die Film- und Fernsehindustrie aufgestellt.

Natürlich eine tolle Sache, in der Nacht sowas fotografieren zu wollen. Alles wird krisselig oder verwackelt und unscharf. Nur Alex hat mal wieder Glück: er magnetet sein Stativ an eine Straßenlaterne, Selbstauslöser an und Hände weg. Fertig ist das gute Foto.


Schließlich konnten wir uns von unserem Fotomotiv loseisen und gingen die Straße runter. Wir fanden schließlich das „Steer and Beer“ und saßen in gemütlicher Atmosphäre auf dem Balkon. Lauwarme Sommernacht, Lichterketten am Geländer, ein Straßenmusikant machte unten Musik und wir aßen ein gutes Steak und andere Leckereien. So lässt es sich leben.

Zurück im Kino kaufte ich noch Popcorn, dann geht’s in den Saal. Sofort entdeckten wir Plaketten an den einzelnen Sitzen. Jeder trägt einen Namen, so einige davon sind uns gar nicht so unbekannt. Es sind die Namen von Schauspielern aus den Herr der Ringe-Filmen (inkl Rollenname), vom Komponisten des Soundtracks, von einer Tolkien-Gruppe. Später lesen wir, dass das Kino irgendwann vor dem Aus stand und nur durch Spenden gerettet werden konnte. Die Spender einer bestimmten Summe bekamen einen Stuhl. Die Spender unserer Stühle kannten wir nicht, meiner war wohl ein neuseeländischer Künstler und Produzent.

Der Film war gut, aber den hatten wir alle auch vorher schon gesehen. Ich sah ihn dort sogar zum dritten Mal. Mein Popcorn war okay. Wahrscheinlich war es gut, aber es war anders, als ich erwartet hatte. Ich hatte am Anfang des Films beherzt in die Popcorn-Schachtel gegriffen und einige Popkörner in den Mund gesteckt, mit freudiger Erwartung auf den süßlichen Geschmack. Doch die Erwartung wurde enttäuscht, denn: es war salziges Popcorn. Offenbar ist es in Neuseeland andersrum als in Deutschland: man muss dazu sagen, wenn man süßes Popcorn möchte. Bei „Einmal Popcorn bitte“ wird davon ausgegangen, dass man „ganz normal“ salziges Popcorn haben möchte statt wie bei uns „ganz normal“ süßes. Gut, haben wir das auch gelernt. Beziehungsweise ich.


Nach dem Film machten wir noch ein paar Fotos vom schönen Innenraum des Kinos, dann gingen wir zurück ins Hotel und gingen schlafen.


Hi,
schön geschrieben. Das Kino kannte ich noch nicht, das hab ich mal auf meine Liste für 2019 gesetzt.
LG Julian
Vielen Dank 🙂
Wow, dass du noch etwas von Neuseeland nicht kennst, hätte ich nicht gedacht 😀 Wünsche dir viel Spaß im Kino 😉