Eine Nacht auf der Straußenfarm [Neuseeland 1.6]

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Wir fuhren von unserer eigentlichen Unterkunft zur neuen. Echt schade, es war so ein schönes Haus. Und das Essen roch sooo gut. Aber diese Falsch-Buchung stellte sich nun als echter Glücksgriff heraus. Denn beim Big Bird Bed & Breakfast gab es tatsächlich ganz große Vögel: Strauße! Wir hatten ein kleines Häuschen ganz für uns alleine, mit Küche und Bad und 7 Schlafplätzen für uns 3. Und direkt neben der Haustür war die Weide der Strauße, von denen einer auch neugierig am Zaun stand.

Unser Häuschen, das „Chalet“
Ausreichend Betten und ein großer Tisch

Es war früher Abend, als wir und die anderen Gäste des Bed & Breakfasts eine Führung über das Gelände bekamen. Denn ja, es war nicht nur irgendein B&B, es lag auf einer kleinen Straußenfarm und diese beherbergte noch viele weitere Tiere. Diese gingen wir nun während der abendlichen Fütterungsrunde besuchen.

Farm-Führung mit Fütterung

Bei den Straußen durften wir lediglich das große Gehege einer einzelnen Straußendame betreten, da diese nicht – wie ihre Artgenossen – boshaft reagierte, wenn sie Menschen begegnete. Sie lief nach dem Füttern sogar ein Weilchen mit uns mit, stupste Alex ein paar mal an und sah uns dann hinterher, als wir ihre Wiese verließen. Bei allen anderen Tiere gingen wir direkt auf die Weide. Wir kamen zu den Emus, die grimmig ihr Futter forderten, welches wir ihnen in einer Tupperdose hinhalten durften, während sie sich streicheln ließen.

Neugierige Strauße
Noch mehr neugierige Strauße
Ein Emu

Ein etwa 1m hoher Mini-Bulle mit großen Hörnern wurde nicht nur gefüttert, abwechselnd durfte ihn jeder aus unserer kleinen Gruppe mit einer Bürste bürsten, was er sehr genoss. Außerdem besuchten wir noch eine weitere Mini-Kuh, Lamas, Alpakas sowie ein Esel-Pärchen, welches von Alex zwischen den Ohren gekrault wurde.

Ein Mini-Bulle
Lamas und Alpakas
Als die Farm-Führung beendet war, suchten wir noch nach eine Restaurant. Die Farm-Besitzerin hatte uns eins empfohlen, jedoch hatte dieses schon geschlossen. Also mussten wir ein anderes finden.

Restaurant-Empfehlung auf Maori-Art

In der Umgebung gab es nichts, keine Geschäfte, in denen man fragen konnte. Also ging ich einfach in einen McDonalds (den gab’s natürlich) und fragte die maorische Großfamilie, die mehrere Tische im Eingangsbereich okkupiert hatte, ob es hier denn noch ein Restaurant gäbe. Die Antwort: ein sehr herzliches, schallendes Gelächter. Darüber, dass ich gerade im McDonalds nach einem Restaurant frage. Und darüber, dass ich in diesem winzigen Örtchen nach sowas suchte. Anschließend aber ein Tipp (im breitesten Kiwi-Englisch) zu einer kleinen Bar, in der es sicherlich noch etwas zu essen gab. Ich bedankte mich und wir fuhren hin, zu The Thirsty Weta. Es war ein kleines, nettes Lokal mit einer sehr netten Bedienung und guter Pizza. Top!
Eine Weta ist übrigens ein Insekt in Neuseeland, eine Art überdimensionale Heuschrecke.

Eine Weta (ganz so groß sind die Viecher aber dann Gott sei Dank doch nicht 😉 )
The Thirsty Weta
Wir haben Bierdecken ge-stolen 😉

Ein schöner Abschluss des Tages. Und der nächste Tag startete auch sehr schön: wir bekamen unser Frühstück an die Tür gebracht, welches sehr opulent war. Es gab Müsli und Saft, Obstsalat, Jogurt, Brötchen und viele verschiedene süße und herzhafte Auftriche sowie ein Omelett. Ein riesiges. Aus einem Straußen-Ei. Letzteres war optional und kostete ein paar Dollar mehr, aber wenn man schon mal auf einer Straußenfarm übernachtet, muss man es ja ausnutzen, dass man dann auch ein Straußen-Ei-Omelett bekommen kann. Wie es geschmeckt hat? Irgendwie wie ein verdünntes Hühner-Ei. Quasi „Nichts“ mit Eier-Beigeschmack.

Straußen-Ei-Omelett

Lieblingsessen: salziger Hefe-Extrakt – what?

Außerdem entdeckten wir noch Vegemite. Ein Brot-Aufstrich, der in Neuseeland und Australien sehr beliebt ist, wahrscheinlich in ähnlichem Maße wie bei uns Nutella. Es ist aber kein bisschen schokoladig, denn es ist konzentrierter Hefe-Extrakt mit hohem Salzgehalt. Ja, genau. Das klingt irgendwie so gar nicht lecker. Aber auch das muss man ja mal probiert haben. Sagte ich mir, schraubte das Glas auf, nahm eine Nase davon und schraubte das Glas wieder zu. Nein, da war ich dann doch zu sehr Feigling, als dass ich mich traute, das zu probieren.

Skeptisch…

Beim Spülen unserer Teller schaute die anhängliche Straußen-Dame vom Vor-Abend durchs Küchenfenster rein. Wir machten noch ein paar Abschieds-Fotos und machten uns auf den Weg zur nächsten Station unserer Reise.

Besuch am Küchenfenster
Straußendame

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