Es wird Abend in der Stadt, die niemals schläft
Mein erster Tag in New York neigte sich dem Ende zu. Anfangs gab es ein bisschen Sightseeing mit viel Herumlaufen (Grand Central Terminal, Public Library und Bryant Park (mit Promi-Sichtung), Times Square), dann ein bisschen Entspannung mit viel Herumlaufen und viel Herumsitzen (Central Park). Nun wurde es langsam dunkler und wir wurden hungrig.


Der Plan: Chinatown
Wir beschlossen, uns Chinatown anzusehen. Wir hatten von den kleinen Straßen gehört mit urig-chinesischen Lädchen und Restaurants und einem tollen Flair. Vom Park aus gingen wir also zur nächsten U-Bahn-Station, die uns nach Chinatown führte. Kurzer Tipp: Metro-Wochenticket! Eine Woche so viel fahren wie man möchte. Ultra-praktisch. Lohnt sich auch schon bei 3 oder 4 Tagen, da man dann so flexibel ist.



Chinesisches Restaurant: Zur goldenen Möwe
In Chinatown angekommen, bewunderten wir zunächst die Straßen-Deko und ein Haus im Chinesischen Stil, was aussah, wie einfach auf ein anderes Haus draufgesetzt. Restaurants? Hm. Wo können die nur sein? Wir liefen einmal die Straße auf und ab, fanden jedoch nichts als billige T-Shirt- und Souvenir-Händler. Seltsam. Vor lauter Hunger gingen wir in den nächsten McDonalds. Wie peinlich. Na immerhin stand der Name auch auf Chinesisch auf dem Schild. Damit endete dann auch schon unser erster Ausflug nach Chinatown. Sehr ernüchternd. Aber keine Sorge: wir waren nur dumm und hatten das „echte“ Chinatown nicht gefunden. Wie auch immer man das nicht finden kann. Man muss einfach nur mal abbiegen… Zum Glück wurde uns das später noch besser erklärt, sodass wir einen neuen Versuch starten konnten, der dann auch erfolgreicher ausfiel.




Falschrum auf die Brooklyn Bridge
Jetzt stiegen wir aber erneut in die U-Bahn, um zur Brooklyn Bridge zu fahren. Hätten wir eigentlich auch zu Fuß gehen können, aber das wussten wir damals ja noch nicht. Keine Brücke in New York ist wohl so oft fotografiert wie die Brooklyn Bridge. Nun reihten wir uns da mit ein. Und begonnen erstmal „falsch herum“, allerdings bewusst. Reiseführer geben meist den Tipp, nach Brooklyn zu fahren und dann von dort über die Brücke auf Manhattan und seine Skyline zuzugehen. Wir dachten, wir gehen einfach hin und zurück, dann haben wir beides. Gute Idee. Wenn man nicht schon den ganzen Tag herumgelaufen ist. Und platte Füße hat. Und das gleich am ersten Tag. Aber egal. Auf gehts, Brücke rauf, Stückchen gelaufen, umgedreht – wow! Was ein Anblick! Leuchtende Hochhäuser überall! Achso, man muss so richtig die Brücke hochlaufen? Aber es sieht doch nach ein paar Metern schon toll aus!



Picture Time!
Allerdings wird die Aussicht nach ein paar hundert Metern natürlich umso grandioser. Die Gebäude der Stadt leuchten um die Wette und eine helle Skyline erhob sich vor unseren Augen. Wahnsinn. Obwohl wir Fotos von uns selber doof finden, ist das einer der seltenen Momente, wo man dann aber doch unbedingt ein Foto von sich machen muss, weil es einfach so toll aussieht.


Und dann machen wir noch ungefähr 78 Fotos von der Skyline, von der Straße, von der Straße vor der Skyline, vom Fußgängerweg (mit ner Linie vom Fahrradweg getrennt, wie cool, wow!! – äh, ja, wir sind leicht zu begeistern…), vom Fußgängerweg vor der Skyline, von allem, was wir da so an Skylinesachen finden konnten. Und dann? Gaben wir unseren Füßen zuliebe auf und drehten noch vor der Mitte der Brücke um und gingen zurück. Nix mit hin und wieder zurück. Das verschoben wir auf ein anderes Mal.






Verschnaufpause für Plattfüße
Von der U-Bahn kurz zur Wohnung und zum Restaurant um die Ecke, in dem wir schon am Vorabend nach der Ankunft und zum Frühstück gegessen hatten. Da stehen sooo viele leckere Sachen auf der Speisekarte. Die man natürlich auch gleich alle ausprobieren muss. Doofe Idee vielleicht, jetzt am Abend hatte ich dann doch ein bisschen Magengrummeln von dem ganzen fettigen (aber supergeilen) Essen. Vielleicht muss man das immer erstmal etwas langsamer angehen 😀 Leider gibt’s das Restaurant aber jetzt nicht mehr, echt schade.


Jetzt bloß nicht schwächeln
Frisch gestärkt gingen wir vom Restaurant aus nochmal zum Times Square. Zu Fuß. Achso, unsere Füße waren zu platt um die Brooklyn Bridge zu Ende zu laufen, aber nach dem Essen kann man dann ja trotzdem wieder 30 Straßen durch die Gegend laufen? Klar geht das. Warum auch immer das dann wieder ging.




Ein Licht in der Dunkelheit
Am Times Square war noch High Life, alles voller Leute, alles voller Licht. Wir setzten uns an einen der Tische und beobachteten die Touristen und die (teils schlechten) Straßenkünstler in Superhelden-Kostümen. Und saßen eine ganze lange Weile nichts-tuend hier herum.





Good night!
Auf dem Rückweg zur Wohnung gingen wir nochmal an der Public Library vorbei, die auch im Dunkeln noch ganz cool aussieht. Die Löwen sehen noch ein wenig stolzer aus – aber könnten auch wie in einer Folge Gargoyles jeden Moment zum Leben erweckt werden 😀 (komisch, dass sie das in den Ghostbusters-Filmen nie taten, fällt mir da gerade so ein).


Noch ein Foto auf den Boden („Guck mal, wie witzig, da unten fährt die U-Bahn!“) und dann geht’s ins Bett. Mittlerweile sind die Füße dann nämlich doch wieder so platt wie vorm Essen. Und morgen ist ja auch noch ein Tag, an dem wir viel sehen wollen und dadurch dann auch viel laufen müssen, trotz Metro-Karte. Da muss man dann doch mal ein wenig die Füße ausruhen – und die Batterien der Fotoapparate laden.
